Unsere Schule

UMA sind unbegleitete, minderjährige Asylsuchende. Kinder also, die sich ohne Eltern in einem (für Jugendliche) schwierigen Alter in einer ungewohnten Umgebung zurechtfinden müssen. Sie kennen weder unsere Sprache noch unsere Sitten und Bräuche, viele von ihnen sind traumatisiert und bedürfen besonderen Schutz und Betreuung. 

Um Vertrauen zu schaffen und das psychische Ankommen zu ermöglichen, ist eine umfassende Tagesstruktur mit verschiedenen Tätigkeiten nötig, mit Zusammenleben und Zusammenarbeiten in verschiedenen Kontexten, vor allem aber einer intensiven Betreuung. 


Für unbegleitete, minderjährige Jugendliche über 16 Jahre, die noch im Asylverfahren sind und schlecht Deutsch sprechen, gibt es im Kanton Aargau jedoch keinen Anspruch auf Ausbildung oder begleitete Tätigkeiten. Sie werden zwar in speziellen Unterkünften betreut und bekommen Geld für den notwendigen Lebensunterhalt. Der Zugang zu den Brückenangeboten der Berufsbildung ist ihnen jedoch verwehrt, bis sie genügend Deutsch können oder ihr Aufenthaltsstatus geregelt ist.

In dieser Situation bietet das Projekt UMA- Leben und Lernen ein umfassendes Integrationsprogramm sowie eine Tagesstruktur für UMAs im Alter zwischen 16 - 18 Jahren an. Ziel ist, die Jugendlichen als Personen zu stärken und die Integration in die Gesellschaft und den Eintritt in die Berufsbildung und ins Berufsleben bestmöglich vorzubereiten. Dabei werden neben Deutsch und Mathematik verschiedenste Alltagskompetenzen vermittelt.


Ein breiter Mix aus Aktivitäten (wie Kochen, Gestalten, Basteln und Werken, Musik und Singen, Zeichnen und Malen, sportliche Betätigung) bietet jedem Jugendlichen die Chance, etwas zu finden, worin er Bestätigung findet, worauf man Motivation und Begeisterung aufbauen kann. Zudem werden unter diesem Titel auch Informationen aus den Bereichen Berufsleben, Gesundheit, Sucht, Sexualität, Gesellschaftskunde und öffentliche Sicherheit vermittelt.

 

Alle diese Aktivitäten finden statt in einem Umfeld, in dem auf Seiten der Jugendlichen verschiedene Nationen und Geschlechter zusammenarbeiten, angeleitet von jungen und älteren Frauen und Männern mit einem weiten professionellen Hintergrund. Die Jugendlichen lernen so auch die Auseinandersetzung mit anderen soziokulturellen Kontexten in einer fast familiären Umgebung.

 


Mit Schulklassen und Lehrpersonen von anderen Schulen aus dem Kantonsgebiet werden zudem regelmässig gemeinsame Projekte durchgeführt. Diese sozialen Kontakte mit Jugendlichen der Aufnahmegesellschaft sind für beide Seiten sehr wichtig. Für die Schüler/innen der UMA-Schule sind sie eine Chance, Beziehungen zu Einheimischen aufbauen und dadurch die Isolation als Asylsuchende aufzubrechen. 

Zur Zeit werden in der UMA-Schule in den Räumlichkeiten im Silo 2 an der Tellistrasse in Aarau bis zu 55 Jugendliche aus ca. 12 Nationen von etwa gleich vielen freiwilligen Helfer/innen an fünf Tagen in der Woche betreut. Diese freiwilligen Helfer/innen widmen sich mit viel Geduld, Engagement und einer beeindruckenden Palette von Kenntnissen den Jugendlichen - sie geben ihnen das Gefühl, als junge Menschen akzeptiert und unterstützt zu werden.


Alle Lehrpersonen sowie die Helfer/innen im Schulbetrieb arbeiten ehrenamtlich. Geleitet und koordiniert wird das Projekt UMA- Leben und Lernen durch ein dreiköpfiges, angestelltes Leitungsteam mit einem Gesamtpensum von 210 Stellenprozenten. Unterstützung leisten zudem zwei Zivildienstleistende und eine Praktikantin.

Nachdem das Projekt UMA- Leben und Lernen in den ersten beiden Betriebsjahren ausschliesslich durch Spenden und Beiträge von Stiftungen finanziert wurde, trägt seit 2017 der Kanton Aargau mit Geldern aus dem Swisslos-Fond die UMA-Schule wesentlich mit. Ab Juli 2018 bis Sommer 2020 wird das Projekt ausschliesslich durch Swisslos-Gelder finanziert.