Statements

3 Kisten Lebensmittel & 4 Jugendliche UMAs & 3 Stunden Zeit & 2 Mal in der Woche ein Wunder = das Gleichnis des Küchenteams!

 

Wenn wir in der Küche des Gemeinschaftszentrums Telli für etwa 60 Personen kochen, scheint sich der Duft des Friedens durch die Gänge zu verbreiten und wir erleben dienstags und freitags einen anstrengenden aber erfüllten Morgen und ein fröhliches und gutes Mittagessen.

  • Und dann ist die Welt für kurze Zeit in Ordnung!
  • Ein „Job“ mit Suchtpotenzial!

Die Frauen und Männer der Küchencrew

 

Was würde ich tun, wenn ich in meiner Heimat meiner Rechte beraubt würde?

Was, wenn wir permanenter Ausgrenzung, Schikane, Feindseligkeit, Polizeigewalt, Gefängnis, im schlimmsten Fall sogar Folter, Krieg und Tod ausgesetzt wären?

Viele Länder Europas und natürlich auch die Schweiz sind freie und sichere Länder.

Das ist nicht einfach unser Verdienst. Das haben wir nicht einfach unserer Tradition und unserem “Fleiss“ zu verdanken.

Unser privilegiertes Leben hier hat vor allem mit grossem Glück zu tun.

Glück gehört geteilt! So steht’s in jedem süssen Poesiebüchlein:

Geteiltes Glück gleich doppeltes Glück- geteiltes Leid gleich halbes Leid!

 

Das ist mein Grund, weshalb ich mich im Asylbereich für junge Menschen einsetzen möchte. Wären die Rollen vertauscht, wäre ich froh, mein Gegenüber würde es gleich sehen wie ich.

 

Albert Suana

 

Ich denke an die Eltern der UMAS und stelle mir vor, es wären meine Kinder, die sich allein auf der Flucht befänden. Es würde mir unendlich viel bedeuten zu wissen, dass sich jemand um sie sorgt; ihnen das Gefühl gibt, nicht allein in der Fremde zu sein; sie anständig und altersentsprechend behandelt.

 

Claudia Senn

 

Die Aufgabe als Deutschlehrerin im Projekt UMA fasziniert mich.

Mein ganzes Berufsleben war der Schule gewidmet. Mit vielen Bezirksschulklassen habe ich Englisch und Französisch bei null angefangen und mich mit ihnen über die anfangs raschen Fortschritte gefreut.

Jetzt starte ich mit den unbegleiteten Teenagern Deutsch ebenfalls bei null, brauche vielleicht etwas häufiger Anschauungsmaterial und zeichne mehr zum Verständnis, weil es keine gemeinsame Sprache gibt. Die Schüler und Schülerinnen aus verschiedenen Ländern sind oft pubertär, anhänglich, manchmal etwas ungeschliffen - genau wie meine früheren.

 

Ich freue mich sehr dass es den meisten gelingt, nach allem, was sie auf der Flucht durchgemacht haben, hier einfach junge, unbeschwerte Menschen mit einer Perspektive zu werden!

                                        

Annelies Guignard, Aarau